Winter 2019 – Frühjahr 2020, nochmal nach Spanien und Portugal Teil II – Spanien

Spanien

02.01.2020 Saint Marie de la Mer – Girona

Am Morgen werden wir erst um halb neun wach. Sehr gut geschlafen. Nach dem Frühstück mit frischem Baguette und Croissants geht es erst mal zur Entsorgung, dann weiter Richtung spanische Grenze. Das Ziel heisst heute Girona in Katalonien. Dort hin kommen wir über Landstraßen mit gefühlten 100 Kreisverkehren („nach 600 Metern beim Kreisverkehr nehmen Sie die 3. Ausfahrt…“) und dann auch über die Autobahn. Der ausgewählte Stellplatz liegt mitten in der Stadt und ist sehr eng. Es ist absolutes Kuscheln angesagt. Die Plätze sind 8 Meter lang und 2,5 Meter breit. Unser Auto ist lt. Fahrzeugschein 2,34 Meter breit! Aber wir haben es geschafft einzuparken, und die Seitentür ging auch noch so gerade auf.

Nach einem schnellen Mittagessen (die Maultaschen mussten weg), machen wir uns auf den Weg in die Altstadt, das ist nicht weit.

Wir gehen durch die Gassen und erklimmen die Stufen zur Kathedrale, die erhöht auf einem Hügel liegt.

Rein kommt man nur mit Eintritt und natürlich ohne Hund. Also nur von außen kucken.

Dann kommen wir zufällig auf einen schönen Weg, der zunächst etliche Stufen hinauf geht, dann aber über die alte Stadtmauer führt. Sehr schön erhalten, und teilweise hat man schöne Aussicht über Girona, vor Allem über die Altstadt.

Wo man rauf kraxelt, muss man dann auch wieder runter. Unten angekommen geht es wieder durch die Gassen, schließlich kehren wir ein auf einen „Caffee con Leche“.

Anschließend Rückweg zum Wohnmobil-Kuschelplatz. Der Weg führt wieder durch einen Platanenwald, mitten in der Stadt.

Nach dem Abendessen erneut raus, in knapp 650m Entfernung soll ein Einkaufszentrum sein. Ist es auch. Wir brauchen wieder Milch und so. Obst und Gemüse wollen wir morgen auf dem Markt kaufen. Der soll auch hier in unmittelbarer Nähe sein. Schauen wir mal.

Dann soll es weiter gehen Richtung Barcelona. Der Platz, den wir ausgesucht haben ist voll. Aber ein guter Mensch, der hier in Spanien Stellplätze findet und beschreibt hat auf meine Mail einen Vorschlag geschickt. Schauen wir nochmal 😊

Bis dann.

03.01.2020 Girona – Peniscola (310 km)

Wieder eine erstaunlich ruhige Nacht auf dem Platz im Zentrum von Girona. Ab und an ein Auto, das kennen wir auch von zuhause.

Als wir nach dem Frühstück -der Bäcker um die Ecke hat frisches Baguette für uns- nach draussen schauen, hat sich der Platz schon erheblich geleert. Also machen wir uns auch reisefertig. Wir entsorgen noch das Grauwasser und die Toilette und nehmen Frischwasser auf. Dann geht es los, zunächst ist geplant, Barcelona noch einen Besuch abzustatten, aber wir haben dann beschlossen, weiter zu fahren. Die Nacht war einfach zu kalt, und wir haben Sehnsucht nach Wärme.

Als Ziel haben wir uns den Ort Peniscola ausgesucht. Der Ort liegt an der Küste, etwa 150 km vor Valencia. OK, die Strecke ist schon lang, aber auf der Autobahn kein großes Problem. Wir fahren also erst auf der AP 7 mautpflichtig, dann auf der A7 mautfrei weiter. Als wir dann wieder auf die AP 7 wechseln stellen wir fest, dass diese Autobahn seit dem 1.1.2020 zwischen Tarragona und Alicante mautfrei ist. OK, das vereinfacht und beschleunigt dann die Weiterfahrt nach Süden.

Kurz vor Peniscola gibt es mehrere Wohnmobilplätze, die an Campingplätze angeschlossen sind. Der erste ist voll, der zweite hat aber noch Platz für uns. Für 12,50€ stehen wir hier sehr gut, Strom und Wasser usw. sind im Preis, Waschmaschine ist vorhanden, also alles ok. Wir werden hier wohl nicht nur eine Nacht bleiben, zumal ab morgen das Wetter noch besser werden soll.

Wir werden dann wohl mal die Fahrräder fit machen und die Gegend erkunden.

04.01.2020 Bei Peniscola

Wir haben wieder ganz passabel geschlafen, allerdings gibt es hier irgendwo ein Hunderudel, was in der Nacht und auch morgens früh auf sich aufmerksam macht. Die Nachbarn meinten, es wäre da wohl ein Hundezüchter, man müsse sich dran gewöhnen. Na gut, wir haben ja die Ohrstöpsel dabei.

Nach dem Frühstück machen wir so gaaaanz langsam die Räder fertig. Nur nicht hetzen!

Das Wetter ist gut, die Sonne scheint, also fahren wir nach Peniscola, um die Burg zu besichtigen. Außerdem soll man dort gut Meeresfrüchte bzw. Fisch essen können.
Da der Weg ca. 5 km lang ist, nehmen wir mal den Anhänger mit, damit sich Sunny nicht die Pfoten wund läuft.

Der Weg geht an der Strandpromenade lang, und es gibt einen gut ausgebauten Radweg.

Im Ort schließen wir die Räder an und steigen zur Burg hoch. Von dort aus hat man einen tollen Blick über die Stadt und auch über den verbauten Strandabschnitt, über den wir gerade geradelt sind.

Wir streifen noch ein wenig durch die netten Gassen und haben immer wieder schöne Ausblicke auf das Mittelmeer. Auch ein Leuchtturm steht dort.

Nach dem Rundgang kehren wir ein, setzen uns an einem Restaurant auf die Terrasse in die Sonne  und bestellen eine gemischte Platte mit verschiedenen frittierten Meeresfrüchten. Eigentlich wollen wir nur eine Portion, nachher stehen aber zwei auf der Rechnung. Passte aber trotzdem. Wir sind gut satt geworden, und geschmeckt hat es auch. Dazu ein alkoholfreies Bier (ich musste ja noch fahren). Danach fahren wir den Weg wieder zurück, und dann weiter in die andere Richtung. Wir wollen noch zum Supermarkt. Wir kaufen etwas Obst und Gemüse, und ich frische meinen Biervorrat wieder auf. Diesmal Dosenbier, das scheint hier üblich zu sein. OK, gefällt mir zwar nicht wirklich, aber geht wohl nicht anders. Andererseits, ob ich Einwegflaschen oder Dosen entsorge, wird sich ökologisch nicht so viel tun.

Das Bier findet im Anhänger Platz, da muss sich Sunny ein wenig kleiner machen.

„Zuhause“ angekommen gibt’s erst einmal einen Kaffee und ein stück selbst gebackenen Apfelkuchen. Da die Sonne scheint, können wir noch draußen sitzen. Als aber die Sonne weg ist, wird es ganz schnell kälter und wir verziehen uns ins Wohnmobil.

Margot geht nochmal mit Sunny, und ich schreibe den Blog und schaue mir die Fotos an.

Dann bis zum nächsten Mal. Hinterlasst ruhig mal einen Kommentar, dann sehe ich wenigstens, ob der Blog überhaupt gelesen wird 🙂 Und wenn ihr Schreibfehler findet, schreibt mir.

05.01.2020 Noch in Peniscola

Wir bleiben dann doch noch eine dritte Nacht. Es ist schön hier, die Entfernungen zu den Orten sind ok, und wir haben ja Zeit. Das Wetter spielt mit, wir können mit Rad oder zu Fuß die Gegend erkunden. In jedem Fall bewegen wir uns viel in der Sonne.

Am Strand stehen einige Wohnmobile, ob die dort wohl über Nacht bleiben dürfen?

Später fällt mir auf, dass es im Kofferraum feucht ist. Komisch, es hat doch nicht geregnet. Bei näherem Hinsehen stellt sich heraus. Dass eine der Bierdosen undicht ist. Na gut, ärgerlich, aber nicht so schlimm, wie ein undichtes Auto.

06.01.2020 Peniscola – Alcossebre (35 km)

Heute wir die Strecke nicht lang. Wir wollen auf einen Stellplatz in einem kleinen Städtchen vor Valencia. Der Platz wird bei einem Camper-Kollegen empfohlen, der gezielt durch Spanien fährt und neue Plätze sucht.

Wir kommen dort an und können einen ganz guten Platz ergattern, neben einem anderen Phoenix, der uns viel Schatten spendet.

Der Platz wurde erst 2017 eröffnet und ist schon längst kein Geheimtipp mehr.

Nach der Ankunft und dem Abstellen des WoMos ziehen wir den feuchten Anti-Rutsch-Teppich aus dem Kofferraum und lassen ihn zum Trocknen liegen.

Dann gehen wir Richtung Mittelmeer und spazieren in der Sonne auf der Promenade Richtung Hafen. Der Ort ist klein aber fein, nicht überlaufen, die vielen Apartments sind nicht belegt, also ist es -trotz Feiertag- relativ ruhig. Der 6. Januar ist in Spanien ein hoher Feiertag, an diesem Tag bekommen die spanischen Kinder die Weihnachtsgeschenke.

Danach sitzen wir ein wenig mit den Nachbarn beisammen, und ein dritter Phoenix-Kollege meldet sich auch noch. Na dann gibt es hier ein kleines Phoenix-Treffen. Der Platz steht im Bordatlas, aber ich kann nicht feststellen, ob er schon mal von einem Korrespondenten besucht wurde. Also bespreche ich das mit dem Platzbetreiber und werde das morgen machen.

07.01.2020 Noch in Alcossebre

In der Nacht haben wir ganz gut geschlafen, auch wenn hier wieder einige Hunde kommunizieren mussten.

Nach dem Frühstück gehen wir erst einmal in den Supermarkt, weil mal wieder Wasser und Milch alle sind. Hier gibt es den (das?) Consum, die haben ein ganz gutes Angebot, u.A. auch Fisch.

Danach satteln wir die Fahrräder und fahren an der Promenade in Richtung Westen. Ist aber nicht spannend, und Sunny hat auch nicht so die Lust, am Rad mitzulaufen.

Am Nachmittag mache ich dann einige Fotos und lasse mal die Drohne steigen.

Die Drohne ist dann auch Gesprächsthema unter uns und den Nachbarn. Sie finden es spannend, was diese kleinen Geräte können. Die Fotos werde ich zum Teil an den Bordatlas schicken.

Da es beim Fachsimpeln zu kalt wird, gehen wir ins Auto. Ich sichte die Fotos, teile sie auf die Ordner auf und – schreiben den Blog.

08.01.2020 Alcossebre – El Grao de Castellòn (45km)

Heute geht es weiter, wir wollen nach El Grao de Castellòn, ein wenig weiter südlich. Den Stellplatz kennen wir noch vom letzten Jahr, er ist kostenlos, aber etwas eng. Dennoch kein Vergleich zu Girona. Der Platz liegt direkt am Strand, nur eine kleine Straße trennt. Der Platz ist gut besucht, aber wir haben Glück und finden ein Plätzchen für unseren Dicken.

Wir gehen Richtung Innenstadt, finden den Mercado und den Hafen wieder und unser Rundgang frischt die Erinnerungen an letztes Frühjahr auf.

Auf dem Rückweg kaufen wir ein Brot im Supermarkt und essen dann im Womo zu Mittag. Es gibt eine Hälfte der Erbsensuppe, die Margot mitgenommen hatte. Die andere Hälfte wird dann doch noch eingefroren.

Zum Nachmittag hin setzen wir uns ein wenig hinter dem Mobil in die Sonne, und ich hänge die Solartasche aus dem Heckfenster. Erstaunlich, was die an Strom in die Batterie schaufelt. Es macht doch eine Menge aus, wenn die Solarplatte zur Sonne ausgerichtet wird.

Als die Sonne weg ist, wird es wieder kühler. Wir machen noch einen kleinen Spaziergang auf der Strandpromenade. Als Sunny einen anderen Hund trifft, gibt sie wieder Vollgas, immer im Kreis um uns herum. Plötzlich bleibt sie an einer Holzplattform beim Springen hängen und zieht das linke Hinterbein an und belastet es nicht. Ach du Sch…e denken wir und gehen zu ihr. Zum Glück scheint aber nicht viel passiert zu sein, denn alle Bewegungen werden toleriert. Ich denke, sie hat sich eine kleine Prellung am Unterschenkel (Schienbein?) eingefangen.

Im Mobil wird nochmal untersucht und massiert, sie gibt keine Schmerzäußerung von sich und läuft schon fast wieder normal. Auch auf die Sitzbank kann sie klettern. Also, erst einmal Entwarnung.

Schließlich wird der Abend und die Nacht eingeläutet. Morgen bleiben wir noch hier.

09.01.2020 In El Grao de Castellòn

Die Nacht war einigermaßen ruhig, auch wenn zum Morgen das eine oder andere Auto zu hören war. Auch der Hafen gab Geräusche von sich.

Margot geht mit Sunny Gassi, ich mache Frühstück. Dann gibt sie Entwarnung. Sunny rennt wieder. Puh, Glück gehabt!

Nach dem Frühstück dann der Härtetest. Wir nehmen einen Ball mit und gehen zum Strand. Alles ok, Sunny rennt, wie eh und je. Trotzdem gehen wir dann in die Stadt und bestellen in der Apotheke Traumeel-Tabletten. Sicher ist sicher, und unsere liegen zuhause lange frisch. Außerdem können ja auch wir Menschen mal eine Zerrung oder so haben.

Damit man mal einen Eindruck von einem Stellplatz bekommt 🙂

Zum Mittag holen wir uns Fisch im Supermarkt und braten ihn in der Pfanne. Fest steht, dass wir Sardinen nur noch im Restaurant essen. Selber braten ist nix.

Gleich um 18 Uhr können wir in der Apotheke die Tabletten abholen. Bis dahin ist aber der neue Blogeintrag online.

10.01.2020 Grao de Castello – Tavernes de la Valldigna Playa (150 km)

Heute fahren wir weiter, unser Ziel ist der kleine Ort Tavernes de la Valldigna. Dort gibt es wieder einen Platz in Strandnähe. Wir bekommen einen Platz in der Nähe der Einfahrt, aber der liegt relativ ruhig und noch voll in der Sonne. Also können wir Strom tanken, ohne zu bezahlten. Die Solartasche hilft auf dem Dach (durch die Dachluke) kräftig dabei, so bekommen wir die Batterie wieder über 94%.

Margot nutzt die Gelegenheit, um eine Maschine Wäsche zu waschen, die kommt dann auf den Wäscheständer und an den Zaun in die Sonne.

Der Rundgang durch den Ort zeigt, dass hier derzeit noch der Hund verfroren ist. Da der Wind kräftiger wird, gehe ich zurück, weil ich nicht weiß, ob das Solarmodul auf dem Dach stehen bleibt. Am Auto angekommen steht das Modul noch fest auf dem Dach, aber den Wäscheständer hats umgehauen. Also aufstellen und sichern.

Zum Abend hin, als die Sonne weg ist, ist die Wäsche gut getrocknet. Die paar Teile, die noch nicht trocken sind, hängen wir im Auto auf. Das hat schon öfter funktioniert.

Am Morgen wollen wir aber in jedem Fall weiter. Der Plan ist, nach Calp (oder Calpe) zu fahren.

Weitere Fotos gibts von hier nicht. Es gibt nichts, was es zu fotografieren lohnt.

11.01.2020 Tavernes de la Valldigna Playa – Calpe (70 km)

Ich habe nicht so gut geschlafen. Mein Bett knarzt, und es ist Vollmond. Aber es geht schon.

Der Plan, nach Calp zu fahren, ist am Morgen noch aktuell. Wir werden dort versuchen, einen Platz zu bekommen, auch wenn es im Netz heißt, dass die Plätze immer voll sein sollen.

Unterwegs biegen wir zum Lidl ab, da wir die Vorräte auffüllen müssen. Dort bekommen wir auch etwas Fisch für unser Mittagessen.

Und wir haben Glück. Nach einer Ehrenrunde durch die Stadt ergattern wir mit Platz Nr. 70 den letzten Platz in der „Mediterraneo Camper Area“. Es ist sogar ein besonders großer Platz, wo wir unseren Dicken mühelos eingeparkt bekommen. Wir bezahlen zunächst einmal für zwei Nächte, die Nacht für 15€, enthalten sind Strom ( 5 Kw/h pro Tag), Duschen, Wasser, Entsorgung, WLAN usw. Also ein angemessener Preis, wenn auch kein Schnäppchen.

Nach dem Mittagessen (der Kabeljau „Bacalao“ war gut), gehen wir Richtung Meer und spazieren dann am Strand entlang zum Wahrzeichen von Calp, dem Felsen „Penyal d’Ifac“,den wir dann auch erklimmen wollen.

Zunächst ist der Weg in Ordnung, und wir kommen gut voran. Dann geht ein Tunnel durch den Fels, und danach ist alles anders. Teilweise kaum erkennbar windet sich ein schmaler Pfad über Felssteine weiter hinauf. An verschiedenen Stellen sind Ketten bzw. Seile zum Festhalten angebracht. Das ist mit Hund dann nicht mehr so sicher, zumal wir beide keine richtigen Wanderschuhe anhaben, und so kehren wir dann auch um. Ist keine Schande, sondern sicherer. Es bringt ja nichts, wenn wir hier zu Schaden kommen. Unterwegs überholen uns dann einige Leute, die mit Seilen, Helm usw. unterwegs sind, also ist unsere Entscheidung ok.

Wieder an der Promenade angekommen haben wir uns eine Stärkung verdient. Gerhard von Womo-Iberico hat die Gaststätte „Tango“ empfohlen, und so kehren wir dort ein und bestellen zweimal Caffee con Leche und zwei Crepes. Das ist lecker und preiswert (3€ pro Person) und wir genießen es.

Danach geht es zurück zum Stellplatz. Margot biegt kurz vorher ab zum Aldi, der hier quasi nebenan ist, da wir noch Brot brauchen. Die Bäcker unterwegs habenschon zu.

Anschließend, nach dem Abendessen gehen wir noch kurz zum Mercadona und Consum, da wir Fischgewürz suchen, aber das gibt es hier scheinbar nicht. OK, dann nicht. Immerhin habe ich eine Dose Oliven mitgenommen und für morgen früh zwei Croissants.

Heute Abend werde ich mich mal anders herum ins Bett legen und hoffen, dass es dann nicht knarzt.

12.01.2020 in Calp

Gut ausgeschlafen, aber kalt im Wohnmobil. Draußen hat es gerade mal 4°C. Schweine kalt hier, zumindest in der Nacht.

Da ich die Heizung über Nacht ausgeschaltet hatte, dauert es eine Weile, bis es etwas wärmer wird. Die Wasserheizung ist eben etwas träger, als die Warmluftheizung dafür pustet sie den Staub nicht rum. Nächste Nacht bleibt die Heizung auf niedriger Stufe an!

Nach dem Frühstück machen wir einen weiteren ausgiebigen Rundgang durch Calp und wieder am Strand entlang. Diesmal auf der anderen Seite des Penyal.

Dort stoßen wir auf Ausgrabungen bzw. Hinterlassenschaften der Römer, die hier sowohl ein Wasserrad mit Meeresströmung betrieben, wie auch eine Fischzucht hatten. Die Becken kann man noch erahnen.

Zum Mittag haben wir ein Rib-Eye-Steak aufgetaut, welches wir von zuhause mitgenommen haben.

Erst gebraten, dann 15 Min. bei 120° in unserem kleinen Backofen haben es perfekt gegart. Dazu wird die Süßkartoffel in Scheiben gebraten undauch die Pilze wandern in die Pfanne. Es hat hervorragend geschmeckt. Das Fleisch von Hütters in Spanien gegessen. Wie dekadent 😊.

Danach machen wir noch einen schönen Rundgang bis an den Strand und durch das Städtchen. Anschließend mache ich einige Fotos für den Bordatlas, da gibt’s nämlich keine Bilder vom Platz. Dann ist wieder entspannen angesagt.

13.01.2020 Calp – Lorca (200 km)

Am Morgen wollen wir weiter Richtung Valencia, fahren dann aber weiter bis nach Lorca. Dort soll es einen Stellplatz am Eroski Supermarkt (nein, kein Erotik-Supermarkt) geben, 10€ auf dem Parkplatz. Wir fahren dort hin, aber es gefällt uns da nicht. Aber zum Mittagessen reichts. Außerdem haben wir komische Mahlgeräusche im Leerlauf vernommen und als gebrannte Kinder wollen wir nichts riskieren. Also weiter zu Mercedes in eine Werkstatt, die auch die Dicken reparieren.

Wir finden wieder sehr nette und engagierte Mitarbeiter, wobei die Sprachprobleme per Google-Übersetzung gemeistert werden. Letztendlich soll es eine Rolle an der Lichtmaschine sein, die im Leerlauf die Keilriemen zum Flattern bringt. Nichts Schlimmes, aber wir wollen es dennoch reparieren lassen. Wir bekommen einen Termin für Mittwoch am frühen Morgen  und fahren für zwei Nächte weiter zur Finco Lerna, die 8 km entfernt in den Bergen liegt.

Es ist ein wunderschöner Platz, mitten im Nirgendwo, hin findet man auch nur per Koordinaten-Navigation.

Die holländischen Eigentümer sind sehr freundlich und heißen uns herzlich willkommen. Der ehemalige Pferdezuchtbetrieb ist jetzt ein Gnadenhof mit nur noch 10 Pferden und zwei Eselchen.

Wir parken ein und machen uns das Abendessen. Der Aufenthalt bei DB hat etwas länger gedauert, so ist für heute Feierabend.

14.01.2020 Auf der Finca Lerna

Es liegt eine kalte Nacht hinter uns, teilweise hat es wohl gefroren. Aber der Tag wird wieder herrlich. Strahlender Sonnenschein macht Lust auf einen Spaziergang. Wir gehen über Feldwege zu einem kleinen Hügel der, so erfahren wir später, noch zum Areal der Finca gehört. Dieser Hügel wird von Margot erklommen, um einige Fotos zu machen.

Da es schön warm geworden ist, wird mal wieder die Bettwäsche gewaschen und in der Sonne getrocknet. Am Auto können wir prima in der Sonne sitzen.

Schließlich nehme ich den Platz noch als neuen Platz für den Bordatlas auf. Mit der Drohne mache ich -mit Erlaubnis der Besitzer- einige Luftaufnahmen. Dieser Platz begeistert uns schon sehr. Wir werden den auch bei den anderen App’s gut bewerten.

Morgen früh müssen wir bei MB zur Reparatur der Lichtmaschinen-Rolle erscheinen, hoffentlich klappt das.

15.01.2020 Mercedes – Finca Lerna

Früh aufgestanden, gefrühstückt und ver- bzw. entsorgt. Dann fahren wir nach Lorca zur Werkstatt.

Dort erfahren wir, dass die Rolle noch nicht da ist. Ist natürlich ärgerlich, aber letztlich nicht zu ändern.

Der Kriegsrat ergibt, dass wir zurück zur Finca Lerna fahren. Da ist es schön, wir stehen sicher, und es gibt alles, was wir brauchen, wenn wir es brauchen sollten. -Das ist mal ein Satz…-

Unterwegs kaufen wir bei Mercadona noch etwas ein, Brot war aus, wir hätten mal wieder Appetit auf Fisch… usw.

Auf der Finca parken wir auf unserem alten Platz ein, sehr zur Verwunderung der Besitzer und der anderen Camper. Dann gibt’s was auf die Gabel: Paella aus der Tüte, mit dem gemischten Fisch verfeinert. Kann man gut essen.

Danach Packen wir die Fahrräder aus, wir wollen zum Stausee, der etwa 9km entfernt in den Bergen liegt.

Der „Presa de Puentes“ hat eine Geschichte, die bis ins 17. Jh. Zurück führt. Die jetzige Staumauer ist lt. Wikipedia die vierte, und sie wurde im Januar 2000 eingeweiht bzw. in Betrieb genommen. Dieser Damm liegt vor dem letzten, der auch zu sehen ist, und der Überlauf des jetzigen Damms geht durch die alte Staumauer. Hier gibt es ein Video bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=KGbcUqZXY8c

Die Strecke geht die C15 entlang, aber da ist wenig Verkehr, so dass Sunny frei laufen kann. Es geht bergauf und bergab, schließlich erreichen wir die Staumauer und haben einen Blick auf den Stausee.

Nach Besichtigung ging es dann wieder zurück. Der Rückweg ging nicht über die C15, sondern über eine Schotter- und Sandpiste, die zwar schlechter zu fahren war, aber die Steigungen waren wesentlich weniger, und Sunny konnte die ganze Strecke frei laufen. Letztendlich war die Gesamtstrecke fast 18 km lang, mindestens die Hälfte davon ist sie gelaufen, der Rest war im Hänger abgesessen.

Zurück am Platz hatte die Sonne ihre Arbeit getan und die Batterie wieder voll geladen, so dass genug Strom vorhanden war, um die Fahrradakkus wieder zu füllen.

So, dann morgen auf ein Neues, drückt mal die Daumen.

16.01.2020 Finca Lerna – Carboneras (125 km)

Am Morgen nach dem Frühstück fahren ir wieder los zur DB-Werkstatt. Heute ist dann alles anders, im positiven Sinne. Ich werde gleich nach den Papieren gefragt und es wird ein Auftrag geschrieben. Daraus schließe ich, dass das Ersatzteil auch da ist, und dass die Reparatur erfolgen wird.

So ist es dann auch. Der Mechaniker baut unserem Dicken in knapp 1,5 Std. eine neue Riemenrolle an die Lichtmaschine. Das geht alles von oben, und ich darf auch zuschauen und mal assistieren, indem ich die Lampe halte. Das ist mir sehr sympatisch, da ich so merke, dass die Leute hier nichts zu verstecken haben. Margot und Sunny können sich auch frei in- und außerhalb des Fahrzeugs bewegen. Also alles sehr positiv.

Nach Bezahlen der Rechnung (hielt sich im Rahmen) können wir dann so gegen 11.00 Uhr aufbrechen und unser nächstes Ziel ansteuern.

Wir wollen nach Carboneras auf einen Stellplatz, der erst letztes Jahr eröffnet wurde. Gerhard von Womo-Iberico hat uns den schmackhaft gemacht.

Dort angekommen werden wir sehr freundlich und in fast perfektem Englisch von Barbara begrüßt und freundlich aufgefordert uns einen Platz auszusuchen. Der Platz ist noch ziemlich leer, und so finden wir schnell ein geeignetes Plätzchen. Dann melden wir uns an und bekommen noch Tipps für unseren ersten Rundgang.

Der Besitzer des Platzes hat an der Strandpromenade auch noch ein Hotel mit Restaurant. Dort bietet er den Gästen des Camper-Parks als Service ein 4-Gang-Menü mit Caffe für 10 € an. Das nutzen wir gern, da durch den Werkstattaufenthalt das Mittagessen ausgefallen ist.

Also sitzen wir gemütlich auf der Terrasse und lassen es uns gut gehen. Wir werden nicht enttäuscht.

Danach spazieren wir weiter am Strand entlang und erkunden die Umgebung.

Nach der Rückkehr auf dem Platz ist der Tag auch schon fast vorbei. Der Platz liegt ca. 2,5 km vom Strand entfernt, so dass wir eine kleine „Wanderung“ hinter uns haben. Jetzt ist nur noch Relaxen angesagt.

Ach nein, nicht ganz. Ich frage Barbara, ob ich den Platz für den Bordatlas aufnehmen darf, und sie stimmt sehr begeistert zu. Sie zeigt mir einen Email-Verkehr mit dem Verlag, wo sie sich schon im Herbst 2019 gemeldet hat, aber leider nur zweimal eine automatische Eingangsbestätigung bekam, aber keine wirkliche Antwort auf ihre Fragen, wie sie den Platz für den Bordatlas vorstellen könnte. Das werde ich nun erledigen, und sie ist darüber sehr erfreut. Aber das erfolgt dann morgen.

17.01.2020 noch in Carboneras

Am morgen nutzen wir die Möglichkeit, wieder mal zu waschen. Der Platz und das Wetter bieten dazu ideale Voraussetzungen.

Als die Wäsche hängt, gehen wir nochmals runter in den Ort. Wir wollen uns eine alte Windmühle und die Burg anschauen. Beides liegt bzw. steht mitten im Ort, nahe am Marktplatz.

Außerdem wollen wir die Simyo-Karte aufladen, da das Sonderguthaben morgen beendet sein wird. Im Tabacco bekomme ich den Bon dafür und alles ist gut.

Nach dem Mittagessen mache ich einige Fotos vom Platz und auch die Drohne kommt zum Einsatz. Dann wird der Fragebogen ausgefüllt und mit Barbara abgesprochen, ob alles seine Richtigkeit hat. Die Fotos gefallen ihr auch, und so kann ich das Ganze schließlich per Mail abschicken.

18.01.2020 Carboneras – Almerimar (110 km)

Am Morgen ist die Weiterreise geplant. Nach Begleichung der Rechnung und der Ver- und Entsorgung fahren wir wieder zur mautfreien A7 und dort Richtung Almeria bzw. Almerimar. Auf dem dortigen Stellplatz wollen wir die angekündigten Schlechtwetter-Tage verbringen. Der Platz ist uns aus dem vergangenen Jahr bekannt. Man steht dort recht gut im Hafen auf Asphalt.

Auf dem Weg füllen wir, jetzt im Regen, im Lidl unsere Vorräte auf und können auch noch günstig tanken.

Am Platz ist noch dort etwas frei, wo wir letztes Jahr auch gestanden haben. Also Einparken und ab zum Hafenmeister zur Anmeldung. Wir buchen erst einmal für zwei Nächte. Verlängerung ist ja immer möglich.

Da der Regen wieder weg ist, schlendern wir am Strand entlang. Die Sonne kommt raus, es wird wieder etwas wärmer, so kann man es aushalten.

Nach dem Mittagessen gehen wir die Hafenbecken ab und finden den zweiten Stellplatz an der gegenüber liegenden Mole.

Dort entdecken wir das Wohnmobil von Gerhard von Womo Iberico mit seiner Frau. Ich klopfe an, und sofort kommen wir in ein nettes Gespräch. Schließlich spazieren wir zu viert wieder in die andere Richtung. Die Beiden wollen gern einen Caffee con Leche trinken, also suchen wir ein entsprechendes Lokal und schließen uns an. Wir unterhalten uns sehr gut und trinken dann auch noch ein Bier zusammen. Die Unterhaltung führen wir dann bei uns im Phoenix fort, bis dann doch der Abend zu Ende geht. Dann vielleicht bis morgen.

19.01.2020 in Almerimar

Der Tag beginnt mit einem wunderschönen Sonnenaufgang und dann auch bis Mittag Sonnenschein fast pur, nur wenige Wolken. Nach dem Mittagessen setzt Margot sich aufs Fahrrad. Sie möchte zum Leuchtturm fahren. Ich nehme Sunny an die Leine und spaziere einmal um den Hafen herum zur gegenüber liegenden Seite der Hafeneinfahrt. Von dort aus habe ich nun einen anderen Blick auf den Stellplatz, aber unser Dicker ist wieder gut sichtbar.

Als ich zurückkomme, ist Margot auch wieder da. Sie hat den Leuchtturm nicht ganz erreichen können, hat aber einige schöne Fotos gemacht.

Dann treffen wir uns noch einmal mit Gerhard und Christa. Wir setzen uns in eine Tappas-Bar und trinken wieder Caffee con Leche. Wir erzählen gegenseitig von unseren diversen Erlebnissen, genehmigen uns noch ein Kaltgetränk und Tappas dazu. Mein Rippchen mit Honig ist echt lecker. Vielleicht probiere ich mal zuhause, eine BBC-Soße mit Honig zu kreieren. Dürfte ja so schwer nicht sein.

Als es dann schließlich kalt wird, verabschieden wir uns und suchen unsere rollenden Heime auf. Vielleicht bleiben wir auch morgen noch hier, dann können wir ja weiter erzählen. Ansonsten schauen wir mal, wo wir uns wieder über den Weg fahren.

So, jetzt ist es kurz nach 20 Uhr, die Tagesschau läuft, und es regnet mal wieder. Auch der Wind kommt scheinbar zurück. Mal sehen, wie die Nacht wird.

20.01.2020 Almerimar – Motril (85 km)

Die Nacht ist dann doch einigermaßen ruhig verlaufen. Der Wind hat es sich nochmal überlegt und ist fern geblieben.

Wir entscheiden dann doch, weiter zu fahren. Zunächst peilen wir Motril an, es geht einfach auf der Autobahn weiter die Küste in Richtung Südwesten. Dort fahren wir auf einen freien Parkplatz, auf dem in der Nebensaison die Übernachtung toleriert wird. Die Guardia Civil fährt sogar Streife.

Dort angekommen stellen wir uns in einen Palmenhain, sehr nett, und direkt mit Meersicht.

Das Wetter ist auch einigermaßen, so dass wir einige Meter mit Sunny laufen können. Der Ort ist klein und ziemlich leer, eben Vorsaison. Es gibt einen großen und weitläufigen Golfplatz, und auch etliche andere Gebäude haben damit zu tun.

In der Nacht regnet es manchmal, aber nicht so, dass man nicht schlafen kann. Aber um ca. 1 Uhr kam dann ein sehr mysteriöses Geräusch von draußen. Wir waren schnell hellwach und versuchten, dass Geräusch zu lokalisieren. Schließlich haben wir festgestellt, dass die Bewässerungsanlage angesprungen ist, und die Wasserstrahlen streiften immer wieder die Außenwand des Womos. Das hörte sich echt komisch an. Die Ursache ist dann klar, und wir gehen wieder schlafen.

21.01.2020 Motril – Granada (50 km)

Wir beschließen nach kurzer Beratung, heute dann doch nach Granada zu fahren. Dort gibt es einen Campingplatz, der knapp 8 km von Granada und der Alhambra entfernt ist. Man kann mit dem Bus in die Stadt fahren, von dort aus mit dem Minibus zur Alhambra.

Aber zunächst fahren wir mal nur in die Stadt. Das heißt, erst Sunny longieren, dann ab mit ihr ins Mobil. Die Busfahrt kostet ganze 1,50€ und dauert knapp 15 Min.

In Granada schauen wir uns ein wenig die Stadt an, und gehen dann in die Kathedrale. Die ist wirklich sehr imposant. Die Geschichte ist auch sehr interessant. Hier der Link zu Wikipedia (falls es interessiert): https://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Granada

Auf dem Rückweg gibt es noch den obligatorischen Caffee con Leche, und dann geht es wieder mit dem Bus zurück zum Campingplatz. Wir haben Glück, kurz nach unserer Rückkehr fängt es an zu regnen.

Morgen wollen wir dann nochmal los und die Alhmbra besichtigen. Auch dazu muss Sunny wieder das Mobil hüten, denn Hunde haben keinen Zutritt. Die Tickets buchen wir online. Hoffentlich klappt das morgen.

22.01.2020 In Granada, Ausflug zur Alhambra

Nach dem Frühstück kommt ein wenig die Sonne raus. Das ist ein gutes Zeichen.

Zunächst müssen wir natürlich unseren Hund ein wenig longieren, damit ihm die Zeit nicht zu lang wird. Glücklicherweise ist in der Nähe ein kleiner Park, in dem sie auch ohne Leine laufen kann.

Danach machen wir uns fertig, um den Bus in die Stadt zu nehmen. Da die Temperaturen hier einiges niedriger sind, als an der Küste, ziehen wir uns etwas wärmer an. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Dann geht es mit dem Bus nach Granada, anschließend schweißtreibend auf den Berg. Sind nur knapp 1,5 km, aber berg- und treppauf. Oben sind wir ein wenig verschwitzt und besorgen uns anhand unserer Bestellung die eigentlichen Tickets. Das klappt problemlos.

Die Besichtigung geht los. Zunächst zum „Auditorio Gernaralife“. Eine Sammlung von Pflanzen unterschiedlichster Art, sehr akkurat geschnittenen Koniferen und Aussichtspunkten. Wir könne schon sehr schön über die Stadt schauen. Dieser Bereich diente früher der Erholung und der Landwirtschaft. Er befindet sich innerhalb der Festungsmauern.

Dann geht es weiter an Ausgrabungsfeldern vorbei, durch weitere Gärten zum Bereich „Alcazaba“. Dabei handelt es sich um die Verteidigungsanlage der Burg, die wie eine Speerspitze in Richtung der Stadt zeigt. Dort sind die Verteidigungsstellungen und Mauern noch gut zu erkennen.

Die Burganlage ist im 13. Jh. von den muslimischen Mauren begonnen worden, Urheber waren die Angehörigen der Nasrid-Dynastie. Unterschiedliche Vertreter dieser Dynastie bauten dann im 14. Und 15. Jh. die Anlage weiter aus. Unter Anderem entstand in den sog. Nasriden-Palästen der Löwen-Palast, in dessen Mitte sich die wasserspeienden Löwen unter einem Brunnen befinden. Leider war dieses Wasserspiel nicht im Betrieb, aber auch so sah der Bereich sehr schön aus.

Überall an den Durchgängen, den Wänden und den Decken sind die tollen künstlerischen Verzierungen zu sehen. Stuck- und Holzarbeiten erfreuen die Augen. Teilweise ist noch zu erahnen, wie farbenfroh dies einmal gewesen sein muss. Auch Reste von Goldauflagen sind noch sichtbar. In die Paläste kommt man nur hinein, wenn man mit dem Ticket eine bestimmte Zeit gebucht hat. Bei uns war das um 13.30 Uhr der Fall, und normalerweise braucht man ca. 30 Minuten, um die Paläste zu besuchen. Wenn also die eine Gruppe fast am Ausgang ist, kommt die nächste Gruppe hinein. Das bewahrt vor Überfüllung. Das Ganze passiert im 30-Minuten-Takt.

Nach der Besichtigung der Nasrid-Paläste haben wir so ziemlich alles gesehen und sind ziemlich geschafft. Also geht es bergab wieder nach Granada.

Dort geraten wir zufällig in ein kleines Lokal, welches sich im Hintergrund eines Delikatessen-Geschäftes befindet. Dort essen wir verspätet zu Mittag. Es ist sehr lecker! Margot bekommt einen Hamburger (ich schätze, es ist ein Viertel-Pfünder), ich bestelle mir einen leckeren Toast (letztendlich ein Baguette) mit leckerem vom Knochen geschnittenen Iberico-Schinken. Unter dem Schinken ist dünn frische passierte Tomate aufgestrichen. Sehr frisch und lecker.

Vom Schinken nehmen wir uns etwas aus dem Geschäft mit, und -zum Test- eine halbe Reihe Spare-Ribs. Ich will ausprobieren, ob man die auch im Wohnmobil machen kann. Mal schauen, mit 2,35€ ist der Einsatz überschaubar.

Als wir dann mit dem Bus am Campingplatz ankommen, beginnt es zu regnen. Aber es gibt noch Programm: Margot möchte noch zum Mercadona, der ein wenig die Straße hinunter liegt, und dann will sie auch noch eine Maschine Wäsche waschen.

Ich beaufsichtige Sunny, schreibe den Blog, das Abendessen wird vorbereitet und so weiter.

Danach beginne ich mit der Zubereitung der Rippchen. Sie sollen lt. Rezept vorgekocht werden, danach in den Backofen. Wir sind gespannt. Sie sollen morgen zum Mittagessen aufgewärmt und genossen werden.

Die Wäsche kommt zum großen Teil nach der Waschmaschine in den Trockner. Also haben wir auch die Schränke dann wieder mit sauberer Wäsche gefüllt.

Morgen geht es weiter.

23.01.2020 La Zubia – Ronda (185 km)

Am Morgen packen wir wieder zusammen, die Straße ruft.

Der Plan: Wir fahren nach Ronda. Diese Stadt liegt auf ca. 750m Höhe im Gebirge auf einem Felsplateau und wird durch eine 160 m tiefe Schlucht des Flusses Tajo in den alten Teil und den neuen Teil der Stadt aufgeteilt.

Das haben wir uns nach dem Mittagessen (es gab Rippchen) natürlich angeschaut.

Drei Brücken, z. Teil aus dem 18. Jh. verbinden die beiden Stadtteile. Die 1793 fertig gestellte Brücke „Puente Nuevo“ sieht schon sehr spektakulär aus. In El Mercadillo, der Neustadt, steht die älteste Stierkampfarena Spaniens aus dem Jahr 1785. Dahinter die Promenade, die sensationelle Ausblicke in die Schlucht erlaubt.

Natürlich kann man auf einem Pfad in die Schlucht hinab und wieder hinauf steigen, das haben wir aber nicht gemacht.

Da es wieder mal regnete, ziehen wir uns schließlich in unseren Dicken zurück. Auf dem Rückweg biegt Margot noch zum Lidl ab, ich gehe mit Sunny weiter zum Mobil der Regen nimmt zu, zum Glück hat Margot den Schirm mitgenommen.

Wir hoffen, die Nacht wird einigermaßen ruhig, hinter dem Stellplatz verläuft eine Straße und eine Eisenbahnlinie.

24.01.2020 noch in Ronda

Am Morgen nach einer einigermaßen ruhigen Nacht, sondieren wir die Lage. Die Wetteraussichten sind überall gleich schlecht. Da wir hier ganz gut stehen beschließen wir, noch eine zweite Nacht zu bleiben. Zunächst scheint auch die Sonne, und es sieht ganz gut aus. Also auf zur Hunderunde.

Danach dann irgendwann Mittagessen.

Danach starten wir eine neue Besichtigung der Innenstadt von Ronda, wir wollen auch die anderen beiden Brücken noch sehen. Unterwegs fängt es wieder an zu regnen. Erst überlegen wir, das Vorhaben abzubrechen, entscheiden uns aber dann, einfach den Regen zu ignorieren. Der Lohn war dann eine tolle Aussicht auf die „Ponte Nuevo“, die große Brücke, die wir gestern aus anderer Perspektive gesehen haben, und auch die anderen beiden Brücken über dieses tiefe Tal des Tajo schauen wir uns an.

Dann geht es aber wieder zurück, und wir müssen uns erst einmal trocken legen. Der Rest des Tages ist verregnet. In einer kurzen abendlichen Regenpause geht Margot noch einmal mit Sunny raus, und das war es dann.

25.01.2020 Ronda – La Linea de la Concepción (Gibraltar (100 km )

Nach einer gefühlsmäßig durchregneten Nacht wollen wir weiter nach Gibraltar. Ich mache noch einige Fotos für den Bordatlas, wir Ver- und Entsorgen Wasser usw., und dann machen wir uns auf den Weg.

Zunächst geht es stetig bergauf bis auf fast 1200 Meter, dabei fällt die Temperatur stetig bis auf knapp 3°C., aber es wir zum Glück nicht glatt. Schade, dass die Aussicht aufgrund tiefhängender Wolken nicht so gut ist. Alles grau in grau.

Schließlich kommen wir an der A7 an und sind fast auf Meereshöhe. Hier ist es mit 11° schon einiges wärmer, als in Ronda, wo wir am Morgen bei knapp 6° abgefahren sind.

Die Küstenstraße bringt uns dann zum Stellplatz direkt gegenüber des Rock of Gibraltar.

Zur Grenze sind es nur knapp 700 Meter, und wir machen uns dahin auf den Weg. Zunächst ist es auch noch trocken. Nach der Passkontrolle, Gibraltar gehört ja bekanntlich zu Großbritannien, geht der Weg über das Rollfeld des Flughafens. Wenn ein Flugzeug starten oder landen will, wird die Straße halt gesperrt. Ungefähr so, wie bei uns ein Bahnübergang.

Wir sehen das dann auch. Ein Flugzeug soll landen, tut es aber nicht. Kurz über dem Boden startet der Pilot wieder durch, und nach zwei weiteren Fehlversuchen wird der Flug nach Malaga umgeleitet.

Wir gehen in die Stadt, die völlig zugebaut ist. Die Häuser gehen in die Höhe, logisch, da ja der Platz in die Breite beschränkt ist.

Es fängt dann an zu regnen, und wir machen uns auf den Rückweg. Am Rollfeld sehen wir einen Weiteren Fehlversuch einer anderen Maschine, die aber später dann tatsächlich landet. Ds ist deutlich zu hören, als der Umkehrschub einsetzt.

Später, es hat aufgehört zu regnen, möchte Margot mit dem Rad noch zu Supermarkt. Sie zieht sich vorsichtshalber regenfest an, und tatsächlich kommt der Regen zurück.

Nun ja, unsere Heizung funktioniert, und das Wohnmobile ist dicht, also alles im grünen Bereich.

Wir lassen den Abend relaxt ausklingen. Ab morgen soll das Wetter wieder sonniger werden.

26.01.2020 In La Linea de la Conceptión

Und wirklich, am morgen erleben wir einen richtig kitschigen Sonnenaufgang über bzw. zwischen Palmen. Das sieht gut aus.

Also unternehmen wir einen Spaziergang in Richtung Sandstrand, parallel zur Piste des Flughafens. Diese ist ca. 300 Meter entfernt, so dass wir alle Flugbewegungen sehen können, und natürlich hören.

Vorher packe ich allerdings das mobile Sonnenpaneel noch aufs Dach, den Sonnenschein muss man ausnutzen, um die Batterie wieder zu laden. Bis über 20Amp. Kommen so vom Dach, gemixt aus ca. 2/3 von den festen Paneelen, und 1/3 vom mobilen. Gut so, so war das auch geplant.

In kurzer Zeit landen drei Maschinen von Easy-Jet, und die starten dann natürlich nach einiger Zeit wieder. Am Sandstrand muss Sunny natürlich ins Wasser. Ist aber kein Problem, es scheint ja die Sonne. Die Wettervorhersage scheint zu stimmen. Es ist auch bereits schön warm, der Wind hat deutlich nachgelassen. Die Jacken ziehen wir schnell aus und hängen sie um. Die Wärme ist eine Wohltat.

Nachdem wir wieder am Womo sind, möchte Margot versuchen, den Rock of Gibraltar mit dem Rad zu erklimmen. Ich verzichte darauf und kümmere mich um den Hund, den Blog, die Fotos und so weiter.

Als Margot zurück kommt, hat sie schöne Fotos mitgebracht. Sie ist auf dem Berg gewesen und ist auch einmal drum herum gefahren. Vom Leuchtturm aus konnte sie die Küste von Marokko sehen.

Dann versuchen wir, im Restaurant einen Platz zu bekommen, aber es ist total voll und noch viel lauter. Also wollten wir warten. Aber als wir um 16.20 Uhr ankamen war die Küche geschlossen und sollte erst um 20 Uhr wieder öffnen. Das ist uns zu spät. Nachdem auch umliegende Restaurants incl. der amerikanischen Spezialitätenrestaurants nicht in Frage kommen, entschließen wir uns, doch selbst etwas zu machen.

Schließlich haben wir noch Muschelfleisch eingefroren. Also gibt es Miesmuschelfleisch mit Schinkenwürfeln und Zwiebeln in Tomatensoße auf Spirelli-Nudeln. Hört sich gut an? Schmeckt auch gut.

Der Rest des Tages geht dann mit noch einem Rundgang um. Morgen geht es weiter.


27.01.2020 von La Linea de la Conceptión nach Jerez de la Frontera (110 km)

Am Morgen geht es dann nach Ver- und Entsorgung weiter. Entsorgung war nicht so viel, da ich wohl in Ronda im Regen vergessen habe, den Ablasshahn des Grauwassertanks nicht geschlossen habe. Das fällt mir aber erst am Morgen des zweiten Tages vor Ort auf. Peinlich, so etwas. Da ist wohl das Dusch- und Abwaschwasser aufs Pflaster gelaufen, und wir haben nichts gemerkt. Na ja, passiert ist passiert.

Wir fahren also ab, bezahlen für zwei Nächte 25€ und auf geht es weiter Richtung Westen.

In Jerez fahren wir einen Stellplatz an, der von einem Wohnmobilhändler auf dessen Betriebsgelände betrieben wird. Dort erhalten wir einen guten Platz an einer Mauer zum Nachbarbetrieb. Hier stehen die Mobile hintereinander und nicht nebeneinander. So ist Kuschelcamping zum Glück nicht möglich.

Hier ist alles im Preis von 15 € enthalten, also wird auch der Strom angeschlossen. Der Platzwart hat für uns auch einen Stadtplan und Empfehlungen, was wir uns anschauen sollten. Auch eine Sherry-Kostprobe ist dabei. Der Fino ist mir zu trocken, mal schauen, was es dort noch gibt.

Dann packen wir die Fahrräder aus und fahren auf einem gut ausgebauten Radweg in die Innenstadt. Sunny nehmen wir im Anhänger mit. So langsam hat sie sich wohl daran gewöhnt.

Bevor wir uns die Stadt anschauen, müssen wir etwas essen. So kehren wir in einem Lokal ein, wo wir auf der Terrasse einen schönen Platz erwischen, dann lassen wir uns das Menü des Tages schmecken.

Getränke sind inklusive. Es gibt für Margot einen gemischten Salat, für mich eine Portion Paella als ersten Gang. Anschließend bekam Margot ein Kottelet vom Iberico Schwein, ich bekam Lendenfilet (drei dünne Scheiben, leider ziemlich tot gebraten), aber es schmeckte trotzdem. Dazu sehr schmackhafte Patata frites. Abschließend dann der Caffee con Leche.

So gestärkt sahen wir uns dann die Kathedrale und das Alcazar an, aber nur von außen.

Anschließend wieder zurück zum Stellplatz.  

Morgen werden wir auch noch hier bleiben, vorausgesetzt, die Nacht ist ruhig.

28.01.2020 in Jerez

OK, die Nacht war gut, also verlängern wir.

Auf dem Programm steht heute ein Besuch der spanischen Hofreitschule in Jerez. Da Sunny nicht mit darf, bleibt sie im Mobil.

Dort angekommen, können wir als „Seniors“ für 6,50€ eine Besichtigung mit Führung buchen.

Wir schauen uns zunächst den Palast an, dann das freie Training draußen und drinnen, die Sattlerei und schließlich das Museum. Dann ist es Zeit, sich zur Führung einzufinden. Diese ist sogar auf Deutsch, die Frau, die das macht, spricht akzentfrei deutsch. Sie ist in Deutschland aufgewachsen und erst seit 15 Jahren wieder in Spanien. Wir sind auch die einzigen deutschen Gäste, so dass wir quasi eine Privatführung haben. Wir können dadurch natürlich auch viele Fragen stellen und erfahren so einiges mehr, als bei einer Massenführung. Wir haben den Eindruck, dass es auch der Führerin mehr Spaß macht, als wenn es eine Massenführung wäre.

Die Hofreitschule bildet nicht nur Pferde aus, sondern auch Menschen 😊

Ausbildungsberufe sind Tierarzt, Pferdepfleger und prof. Pferdetrainer. Außerdem Hufschmiede und Sattler. So ziemlich alles rund um das Pferd.

Auch Privatpersonen können sich dort reiterisch trainieren lassen. In der Regel kommen diese Leute für zwei Wochen zur Hofreitschule und haben jeden Vormittag bis zu vier Stunden am Stück Reitunterricht auf den dortigen Pferden. Die Pferdetrainer (Reitlehrer) haben jeweils 3-4 Schüler unter sich und trainieren bis zu 30 Pferde. Insgesamt werden derzeit in der Hofreitschule ca. 120 Pferde trainiert. Angefangen vom 3-4 Jahre alten Jungpferd, bis zum 15 Jahre alten (und älteren) Showpferd. In der Saison finden zwei Mal pro Woche die Shows statt. Derzeit nur am Donnerstag.

Übrigens werden auch Kutschpferde und Militär- bzw. Polizeipferde ausgebildet. Dazu gibt es ein separates Kutschenmuseum, und die Pferde stehen auch in anderen Ställen.

Die andalusischen Pferde in der Hofreitschule sind allesamt Hengste, und es gibt einige wenige Wallache, meist Kreuzungen mit anderen Pferderassen (Andalusier, Araber und eine dritte Rasse, die mir entfallen ist). Meist sind das die Arbeitspferde der Rancheros und des Militärs bzw. der Polizei.

Mit vielen neuen Eindrücken kehren wir zurück zum Wohnmobil, wo wir von Sunny schon erwartet werden.

Nach dem Mittagessen (wir haben unterwegs beim Metzger eingekauft) gehen wir ausgiebig mit Sunny spazieren. Das Wetter ist trocken, aber manchmal wolkig. Wenn die Sonne aber scheint, wird es schnell wieder warm.

Der Rest des Tages verläuft unspektakulär und in Ruhe. Man muss sich auch mal die Ruhe gönnen. 😊

29.01.2020 noch in Jerez

Am Morgen werden wir wach und stellen fest, dass Sunny das rechte Auge nicht öffnet. Ich kann zwar die Lider ein wenig hoch ziehen, aber sie schließt es sofort wieder. Außerdem ist sie ein wenig „krank“, vermutlich tut das Auge auch weh. Sie versucht immer wieder mit der Pfote daran zu gehen.

Notgedrungen fahren wir also zu einer Tierklinik in der Nähe, wo wir auch sofort dran kommen.

Der Tierarzt lässt sich schildern, was wir bemerkt haben, und untersucht Sunnys Auge ganz genau. Er findet zum Glück keine Verletzung. Also tippt er auf eine Reizung und verschreibt Augentropfen, die wir ihr 2xtäglich verabreichen sollen. Das sollte kein Problem sein. Außerdem bekommt sie noch ein entzündungshemmendes Medikament gespritzt. Wir sollen am Freitag noch einmal zur Kontrolle vorbeikommen.

Danach fahren wir wieder zum Stellplatz, und ich erkläre dem Betreiber, dass wir noch bleiben müssen bzw. wollen. Aber auch das ist kein Problem. Da wir hier bestens versorgt sind, gäbe es schlimmeres.

Wir drehen dann noch eine Hunderunde, das Auge wird immer besser, und bei einem Metzger erstehen wir zum Mittagessen fertig gewürztes Fleisch mit Gemüse, wird als Wok-Pfanne bezeichnet. Schmeckt lecker.

Für einen der nächsten Tage nehmen wir noch eine Reihe Rippchen mit. Die sind hier zwar etwas teuer, als beim letzten Mal, aber sie sind auch viel fleischiger.

Die Tropfen lässt sie sich am Abend problemlos geben. Hoffen wir, dass es nützt. Immerhin hat sie das Auge schon wieder offen und wirkt auch wieder lebendiger.

30.01.2020 noch in Jerez

Die Nacht verläuft ruhig, davon abgesehen, dass Sunny gegen 23.00 Uhr nochmal gaaaanz dringend raus musste.

Am Morgen ist das Auge schon wieder ganz geöffnet, und Sunny scheint wieder die alte zu sein. Na zum Glück…

Heute will Margot noch einmal kleine Wäsche machen, dazu nimmt sie unsere kleine Campingmaschine. Die Sonne scheint, und so sollte die Wäsche schnell trocken sein.

Zum Mittagessen holen wir uns bei einem nahen Supermarkt an der Frischetheke ein Stück Schnitzelfleisch. Das sieht ja mal ganz anders aus, als das, was wir von Zuhause kennen. Sehr schön marmoriert. Wir haben das am Stück gekauft, was den Verkäufer sichtlich verwundert hat. Der Kunde vor uns ließ sich davon dünne Scheiben abschneiden.

Wir schneiden das Fleisch selbst in ca. 1,5 cm dicke Scheiben, so bleiben sie beim Braten butterweich und sehr schmackhaft. Dazu gibt’s gemischte Gemüsepfanne.

Danach dreht Margot eine größere Runde mit dem Rad und will einkaufen, ich ziehe es vor, zu Fuß mit Sunny zu gehen.

Unterwegs sammle ich kleine runde Samenkörner auf, die unter den Palmen in Massen liegen. Wenn es klappt, und wenn das Klima sich weiter so verändert, ziehe ich daraus einen kleinen Palmenhain für zuhause. 😉

So, jetzt aber mal den Blog wieder aktualisieren. Die Texte schreibe ich nämlich immer in Word offline vor.

Fotos der letzten zwei Tage gibts leider nicht. Demnächst wieder. Tschö mit Ö.

31.01.2020 Jerez – Isla Cristina (215 km)

Am Morgen fahren wir erst noch einmal zum Tierarzt, um das Auge begutachten zu lassen. Dort gibt es Entwarnung, Sunnys Auge scheint wieder ok zu sein. Allerdings sagte er, sollte das zurück kommen, sollen wir ihr nochmal die Tropfen geben. Also geht es weiter. Heute steht die Fahrt nach Isla Cristina an. Dort sind wir letztes Jahr schon gewesen, der Platz liegt kurz vor der portugiesischen Grenze.

Die Fahrt ist ohne Zwischenfälle gelaufen. Unterwegs nehmen wir Gas auf, da eine Flasche leer ist, die zweite ist schon angefangen. Die Umschaltung haben wir nicht bemerkt, also funktioniert auch die Duo-Control.

Am Stellplatz „Camperpark Playas de Luz“ können wir uns einen Platz aussuchen, das Büro ist noch geschlossen. Später melden wir uns an und machen dann einen ersten Spaziergang im Naturschutzgebiet. Dort sehen wir in der Ferne große Vögel, wobei wir nicht erkennen können, ob  es Flamingos sind, oder andere größere Vögel.

Danach fährt Margot in den Ort, da wir noch einige Dinge aus dem Supermarkt brauchen.

Später treffe ich den Platzbetreiber, der sich noch erinnern kann, dass ich vergangenes Jahr seinen Platz zum Bordatlas gemeldet habe.

Wir wollen erst mal über das Wochenende hier bleiben.

Am Abend im Fernsehen ist der bevorstehende Brexit im Mitternacht DAS Thema in den Nachrichten. Wir sind gespannt, wie das weiter geht, die Verhandlungen müssen in den nächsten 11 Monaten noch zeigen, was zukünftig gelten soll.

01.02.2020 in Isla Cristina

Wir haben wieder gut und ruhig geschlafen.

Nach dem Frühstück fahren wir mit den Rädern in Richtung Strand. Der Anhänger ist dabei, so dass Sunny bei Bedarf einsteigen kann. Das klappt übrigens inzwischen so gut, dass sie selbst einsteigt, wenn man es ihr sagt. Ist der Anhänger offen, kann es passieren, dass sie dann drin sitzt. Gut so, besser, als wenn sie sich dagegen wehren würde.

Am Strand müssen wir erst über einen langen Steg und dann über eine Brücke, um auf den eigentlichen Sandstrand zu gelangen.

Natürlich hat Sunny wieder ihren Spaß und tollt ohne Leine auf dem Sand herum. Und natürlich ist sie dann auch im Wasser. Anschließend wälzt sie sich im Sand und pudert sich ein. Alles wie gehabt 😊

Da die Mittagszeit schon fast vorbei ist, sichen wir uns ein Restaurant, wo es Fisch gibt, um mal wieder die Meeresfrüchte zu genießen.

Margot bestellt eine Platte mit verschiedenen frittierten Fischen, ich entscheide mich für den Thunfisch, der hier eine Spezialität ist. Dazu gibt es ein alkoholfreies Cerveza.

Gestärkt machen wir uns auf den Rückweg zum Camper. Unterwegs halten wir an der Markthalle, da gibt es das Essen für morgen. Margot ersteht zwei Scheiben Rindfleisch, die morgen dann in die Pfanne kommen.

Danach nimmt Margot sich unseren Kofferraum vor und macht dort mal wieder klar Schiff. Aus der Waschmaschine ist scheinbar doch noch etwas Wasser ausgelaufen, das wird bei der Gelegenheit natürlich aufgewischt. Dank der Sonne trocknet alles sehr gut.

Nach dem Nachmittagskaffee gehen wir nochmal los in das Naturschutzgebiet, um die dort lebenden Vögel zu fotografieren. Die Sonne scheint schön warm, und alles ist ganz friedlich. Zunächst zumindest.

Obwohl dort ein großes Verbotsschild hängt kommt dann ein Jugendlicher auf einer lauten Geländemaschine angeknattert, fegt an uns vorbei und entschwindet zunächst am Horizont. Einige Minuten später kommt er zurück und rast wieder völlig irre an uns vorbei. Da kommt schon auch etwas Wut hoch!

Nun ja, er ist weg, und das ist gut so.

Am Abend setze ich mich mit dem Platzbetreiber zusammen um zu schauen, was für die Präsentation im Bordatlas geändert werden muss. Den veränderten Fragebogen schicke ich dann mit neuen Fotos an die Redaktion.

Da Sunnys Auge wieder nicht richtig offen ist, bekommt sie wieder die Tropfen. Vielleicht kommt das vom Wälzen im Sand.

02.02.2020 immer noch in Isla Cristina

Am Morgen, nach einer recht ruhigen Nacht geht wieder die Sonne schön auf. Es verspricht wieder ein schöner Tag zu werden.

Sunnys Auge ist wieder ganz offen, trotzdem bekommt sie nochmal Tropfen rein. Sicher ist sicher.

Heute wollen wir nochmal mit den Rädern ins Naturschutzgebiet. Der Anhänger kommt mit…

Auf Empfehlung von Francisco fahren wir mit den Rädern durch das Naturschutzgebiet nach Ayamonte, einem kleinen Nachbarort. Dort soll es ein nettes Restaurant geben, wo wir zu Mittag essen wollen.

Unterwegs kann Sunny frei laufen, ansonsten fährt sie im Anhänger mit. Immer dann, wenn es Autoverkehr gibt, wird sie gebeten, in den Anhänger zu steigen, was sie meist auch freiwillig macht.

Zu Essen gibt es gegrillte Dorade für Margot, und wieder ein Stück Thunfisch für mich. Beides ist sehr lecker, der Thunfisch völlig anders zubereitet, als gestern.

Danach geht es wieder zurück. Insgesamt waren wir über 20 km mit den Rädern unterwegs. Nicht schlecht, finde ich.

Da es uns hier gefällt, verlängern wir nochmal.


03.02.2020 noch Isla Cristina

Am nächsten Morgen fahren wir nochmal in den Ort und hoffen, dort die andere Spezialität zu bekommen. Isla Cristina ist auch sehr bekannt für die besonders guten Gambas, die hier gefangen werden. Sie werden wohl international geschätzt. Aber wir haben Pech, es gibt keine. Im Fischereihafen gibt es nur jede Menge Sardinen, die gerade angelandet werden. Aber die wollen wir nicht. Also kehren wir unverrichteter Dinge wieder zurück und es kommt eine Scheibe des Rindfleischs in die Pfanne. Das ist wieder sehr gut, und auch nicht zäh.

Am Abend beschließen wir dann, morgen weiter zu fahren. Evtl. wollen wir nach Tavira, dort gibt es einen neuen Platz, der in den Bordatlas gehört.

04.02.2020 Isla Cristina – Tavira (45 km)

Am nächsten Vormittag machen wir uns auf den Weg nach Tavira, dann sind wir in Portugal. Dort waren wir im letzten Jahr auch schon, aber da gab es dort keinen offiziellen Stellplatz. Damals konnte man an der Markthalle stehen, da ist aber jetzt eine Höhenbeschränkung gebaut worden.

Der Platz ist zentral gelegen, knapp 300 m von dem großen Einkaufszentrum entfernt, in dem wir damals die NOS-Karte erstanden haben. In die Stadt sind es gerade mal zwei km, alles also ganz gut machbar. Wir checken gleich für zwei Nächte ein, da wir uns Tavira und die vorgelagerte Insel anschauen wollen.

Wir machen uns dann auch auf den in die Stadt und gehen auch zum Castelo hinauf. Von hier oben hat man eine gute Übersicht über die Stadt.

Über den Fluss Gilao führen nur noch zwei Brücken. Die mittlere der ehemals drei Brücken wird gerade saniert, oder abgerissen, so genau konnten wir das nicht erfahren.

Natürlich gab es auch wieder den obligatorischen Caffee con Leche, heisst hier aber Caffee con Laite.

Weiter geht es nun im Teil III – Portugal

5 Kommentare

  1. Lieber Eugen, ich habe heute sehr gespannt den ganzen Blog auf einmal gelesen. Er gefällt mir viel besser als im letzten Jahr, weil Du immer sofort die Fotos dazustellst. Außerdem haben Granada und Ronda viele schöne Erinnerungen wach gerufen. Echt klasse! Mach weiter so. Kommt Ihr noch nach Málaga und an die Costa de la Luz? Lasst bloß nicht Sevilla aus. GlG inzwischen wieder aus der Heimat!🙋‍♀️ Juliane

    1. Liebe Juliane,
      Danke für Deine lieben Kommentare.
      Das ist sehr motivierend für mich 🙂
      Liebe Grüße
      Und demnächst gibts wieder Fotos. Habe heute kräftig neu geschrieben

      1. Lieber Eugen, das war wieder sehr interessant, vor allem der Bericht über die Hofreitschule in Jerez. Andalusier werden übrigens gerne mit Lusitanos gekreuzt. Und das schön marmorierte Fleisch könnte Iberico gewesen sein. Das ist sehr sehr schmackhaft. Weiterhin viel Spaß. Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung. 🙋‍♀️

      2. Danke für die Blumen, liebe Juliane! Ja, das war tatsächlich Iberico.
        Das gibts in Spanien fast überall. Allerdings nicht zum deutschen Schnäppchenpreis 🙂

  2. Super, Dein Blog, lieber Eugen. Interessant zu lesen. Tolle Fotos! Super Wetter u strahlend blauer Himmel! Bin gespannt, wie es weitergeht! GlG aus USA 😘

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