Fahrt zum Gardasee – Italien, wir kommen! Teil 1

Für unseren Urlaub im September 2017 haben wir geplant, den Gardasee zu besuchen. Die Alternativen, Bodensee bzw. Meran etc. sind letztlich aufgrund der Wettervorhersagen ausgeschieden.

Auch für den Gardasee sieht es zunächst durchwachsen aus, aber am Donnerstag, 31.08.2017 geht es gegen 15.30 Uhr los.
Wir fahren -wie seit einiger Zeit üblich- antizyklisch. Dadurch sind wir schon einige Male an den Staus vorbei gekommen bzw. nach den Staus gefahren. So klappt das auch diesmal.
Wir kommen gut voran, nur das Regenwetter nervt.
Zur Übernachtung bleiben wir in Bad Ditzenbach, der Stellplatz liegt wenig schön am Technikgebäude der Klinik, direkt an der Straße. Da wir dort aber relativ spät und im Dunkeln ankommen, stellen wir unser Wohnmobil ab und legen uns nach einem kurzen Abendessen hin.
Trotz der Straße haben wir gut geschlafen.

Beim Morgenausgang mit Sunny bezahlt Margot gleich (5,-€) für den Stellplatz ohne jegliche Infrastruktur. Dann geht es weiter. Wieder im Regen.
Da wir wieder gut durchkommen, fahren wir bis Österreich durch. Die Go-Box wird wieder installiert, und dann fahren wir über den Fernpass weiter und auf Insbruck zu.
Über die alte Brennerstraße, die wir kurz nach Insbruck verbotenerweise unter die Räder nehmen, erreichen wir den nächsten Stellplatz beim Hummlerhof in Gries am Brenner (http://humlerhof.com/de/). Die Anfahrt ist mit 15° Steigung schon ganz nett, aber unser Missouri schafft das locker. Im Hummlerhof essen wir zu Abend, und dadurch ist der Stellplatz kostenfrei. Das Essen ist gut und reichlich. Ein Stück vom Schnitzel wird eingepackt für den nächsten Tag.

In der Nacht ist es schon lausig kalt. Das Thermometer am Hof zeigt am Morgen 6°C, und für das Timmelsjoch wird schon Winterausrüstung gefordert, da es dort Neuschnee gibt. Gut dass wir dort nicht her müssen, da die Schneeketten gut verpackt zuhause liegen.

Da es weiter regnet, fahren wir auf die Brennerautobahn, um möglichst zügig zum Gardasee zu kommen. Ja nee ist klar, zügig… auf der Brennerbahn…
Wir geraten immer wieder in diverse Verkehrsstaus, aber es geht einigermaßen ohne große Standzeiten. Aber Spaß macht es nicht.
Etwas eher als nötig fahren wir in Trento Nord von der Autobahn und kommen ohne Stau durch die Zahlstelle. 10,40€ ist ok. Dann geht es verhältnismäßig zügig parallel zur Autobahn zu unserem ersten Ziel am Gardasee, nach Torbole. Auch dort Regen. Dabei hat es unterwegs mal so vielversprechend ausgesehen mit Sonnenschein und wärmeren Temperaturen. Na ja, uns ist kalr gewesen, dass wir durch das verregnete Wochenende durch müssen.
Auf dem Stellplatz „Camperstop Torbole“ bekommen wir problemlos einen Platz, gegenüber ist ein nettes Sanitärgebäude.
Hier der Link: „http://www.camperstoptorbole.com/de-de/p/39/presentazione“
So gehen wir mit Schirmen bewaffnet zunächst durch den Hinterausgang direkt ans Seeufer, und dann durch Torbole. Dort essen wir unsere erste italienische Pizza in diesem Urlaub. Darauf habe ich mich schon die ganze Fahrt über gefreut. Für mich natürlich die Napoli. Dünner Boden, knuspriger Rand, mit Mozarella, Sardellen und Kapern… lecker!
In der Touristeninformation bekommen wir Tourenvorschläge und eine Karte vom See. Dann kanns ja los gehen.

Am Sonntag morgen scheint dann endlich die Sonne. Nach dem Frühstück -in aller Ruhe- brechen wir zur ersten Wanderung auf.  Unsere Route führt von Torbole über einen Höhenweg nach Tempesta, „Sentiero Busatte-Tempesta. GPS-Daten gibts per App fürs Smartphone. Trotzdem laufen wir ein paar mal etwas falsch. Die Navigation ist gewöhnungsbedürftig.
Letztendlich ist es aber eine schöne Wanderung, die zum Schluss wieder an der Straße endet, wo wir dann auf den Bus warten, der uns in kurzer Zeit wieder nach Torbole bringt. Die Bushaltestelle ist allerdings abenteuerlich. Direkt an der Straße, ohne Wartezone etc.

Montags sind wir mit dem Rad nach Riva del Garda gefahren. Für Sunny kein Problem, am Rad mitzulaufen. Aber ein reger Fuß- und Radverkehr. Überhaupt scheint man am Gardasee viel Fahrrad zu fahren, hauptsächlich MTB. Aber man sieht immer mehr E-Bikes. Scheinbar ist das nicht mehr nur was für Omas und Opas.
Auf dem Rückweg wird in der Pizzeria direkt am See eingekehrt. Wieder gibt es eine leckere Pizza, die wir aber nicht schaffen. So bleibt etwas für das Abendessen übrig. Pizza mit gesalzenem Rindfleisch, mal was neues. Ich vermute, es handelte sich um Bündner Fleisch. In jedem Falle wieder sehr lecker.

Dienstag geht es weiter Richtung Süden. Dort soll es wärmer und beständiger sein. Außerdem öffnet sich dort das Tal, so dass mehr Platz für die Menschen bleibt. Die Berge treten etwas in den Hintergrund. Zuvor muss der Platz bezahlt werden 28,-€ pro Nacht für einen Stellplatz sind schon viel, gemessen an deutschen Stellplatzkosten. Aber der Platz ist komplett ausgestattet: Dusche, WC, Ver- und Entsorgung, Strom. Alles im Preis. Ausserdem Waschmaschine und Trockner. Da passt dann der Preis schon. Also Komfort wie auf dem Campingplatz, allerdings kostet das am Gardasee ab ca. 50,-€ aufwärts, je nach Saison auch etwas mehr oder weniger.
Wir fahren Dienstag auf der Ostseite Richtung Süden und wollen eigentlich zum Monte Baldo. Aber dort und auch weiter im Verlauf sind die Plätze voll oder/und direkt an der Durchgangsstraße. Nein danke!
In Garda finden wir dann einen Stellplatz ca. 700 m östlich der Straße auf einem Parkplatz. Die Stellplätze für die Camper sind abgeteilt, groß genug, und Toilette und Ver- und Entsorgung ist wieder im Preis von 17,-€ inkludiert.
Wir erkunden den Ort zunächst zu Fuß, das ist bequem machbar. So streifen wir durch die Gassen der schönen Altstadt, genießen die Aussicht auf den Gardasee. Zum Abendbrot schmeckt der erworbene Bardolina Rosso sehr gut.
Auf dem Platz gefällt es uns, so lösen wir am Mittwoch einen neuen 24-Stunden-Parkschein und machen uns dann mit den Rädern und dem Hundeanhänger auf den Weg nach Bardolino, etwa 5 km eine Strecke.
Auch Bardolino ist ein schönes Städtchen, aber es sind derzeit für unseren Geschmack noch viel zu viele Touris unterwegs. Bayern und B-W und auch Italien hat noch Ferien. Daher sind die Städte am See sehr voll. OK… auch wir sind Touris, erwischt!

Den Rückweg ist Sunny klaglos gelaufen. Ist eben ein Hütehund, der kann Kilometer machen.
Übrigens ist das Wetter immer noch herrlich. Hier im Süden des Sees ist es tatsächlich ca. 5°C wärmer, als im Norden. Aber es ist manchmal auch durchaus etwas drückend. Da tut dann der Wind gut.
Wieder in Garda angekommen legen wir noch eine Pause für einen Cappuchino ein.
Dort waren wir gestern schon mal, und Sunny ist wieder der Star. Überhaupt werden wir auch diesmal wieder andauernd auf den Hund angesprochen. Sie ist aber auch ein Schatz und soooo unkompliziert. Sie genießt ausgiebige Spaziergänge genau so, wie einen Faulenzertag. Und -und das ist das wundervolle- sie ist immer freundlich. Zu allen Hunden und auch zu allen Menschen. Und wenn sie von einem anderen Hund dumm angemacht wird, dann macht sie eben einen Bogen um ihn. Zwischendurch genießt sie ein Bad im Gardasee und fordert uns immer wieder auf, Stöckchen zu werfen.
Am Abend gibt es Fisch aus dem Supermarkt um die Ecke, der eine gute Auswahl an TK-Fisch hat. OK, frisch wäre besser, ist aber nicht zu bekommen. Außerdem ist uns bei dem warmen Wetter der TK-Fisch lieber.

Donnerstag ist wieder ein Stellplatzwechsel geplant. Dietmar Haneke hat uns den Platz auf einem Weingut in Cola, süd-östlich von Lazisse empfohlen, aber leider ist dort alles besetzt. Aber ca. 300 m weiter gibt es einen Platz auf dem PArkplatz der Therme von Cola, den wir ansteuern. Die Stunde für 1,-€, mit Dusche, WC, Strom usw. inclusive.
Aber wir wollen nach Lazisse, angeblich 5 km entfernt, also sparen wir uns den Anhänger Hinweg ist er für Sunny und fahren los. Der Hinweg ist problemlos, geht aber leider über Asphaltstraße.
In Lazisse ist uns danach, endlich mal Fisch zu essen. So steuern wir eine Cuccina an, die sowas wie „gemischte Fischplatte“ im Angebot hat.
Also rein dort und bestellt. Leider hat der Kellner was missverstanden. Wir wollen eigentlich die Portion geteilt haben und einen Insalata Mista dazu. Dann kommt statt der Fischplatte eine Platte mit Krustentieren für 2 Personen. War dann zwar erheblich teurer, als geplant, aber trotzdem sehr gut.
Derart gestärkt besichtigen wir den kleinen Ort, versorgen uns noch mit Infomaterial, und Sunny darf auch ins Wasser.
gesehen haben muss
Auf dem Rückweg dann, kurz vor dem Ziel, bleibt sie immer wieder stehen und leckt sich an den Pfoten. Schiet! Sie hat sich tatsächlich an jeder Vorderpfote eine kleine Blade gelaufen. So war das nicht geplant. Jetzt heisst es also, vorsicht walten zu lassen und mindestens zwei bis drei Tage piano mit ihr zu laufen.
Abends gibt es dann ein ordentliches Gewitter mit starkem Regen. Also alle Luken dicht und aussitzen. Nach ca. 2 Stunden ist wieder Ruhe, und auch die Nacht verläuft ruhig und trocken.

Am Freitag scheint wieder die Sonne, und nach Ver- und Entsorgung fahren wir nach Sirmione, der Stadt im Süden des Sees, die man unbedingt gesehen haben muss. Wir checken auf dem Stellplatz direkt am See ein, allerdings nicht auf, sondern etwas „neben“ der Halbinsel, die wie ein Speer in den See ragt. Zum Glück! Das werden wir noch merken.
Nach einem Gang mit Sunny fahren wir ohne sie mit den Rädern los. Das Wohnmobil steht gut geschützt unter Bäumen, so dass es nicht direkt der Sonne ausgesetzt ist. Also kein Problem für unseren Hund, der ist ja das Alleinesein auch gewöhnt.
Die Altstadt ist brechend voll, die Parkplätze alle belegt, aber die Räder bekommen wir noch unter.
In der Altstadt überall Pizza, Tand, Nepp und Kitsch, ach ja, und Gelati, die Kugel für 2,-€! Woanders kostet das Eis 1,-€ (in Torbole in der 2. Reihe) oder 1,50€ pro Kugel (in den anderen Städten). Auch die Mafia-Torten sind entsprechend hochpreisig, so dass wir beschließen, auf dem Rückweg einzukehren.
Das machen wir dann auch. Die Pizza ist gut, groß und reichlich, das Paulaner, der Cappuchino und der Espresso auch. Und dann bleibt auch noch Platz für ein Eis, die Enden der Hörnchen bekommt Sunny, das ist so Tradition und war auch bei Woody schon so.

Wieder am Mobil angekommen, werden wir freudig begrüßt, sicher auch wegen der Mitbringsel. Nach Aussage der Nachbarn haben sie nicht mitbekommen, dass ein Hund im Auto war. So ist das auch beabsichtigt, Also wieder ein kleiner Spaziergang, der Hund muss ja raus. Ansonsten wieder ein schöner Tag!

Der Samstag beginnt wieder mit Sonnenschein – noch! Schlechtes Wetter ist angekündigt, aber erst für den Nachmittag.
Wir bleiben also in Sirmione und laufen ein „wenig“ zu Fuß, allgemeine Richtung ist Peschiera, das soll ca. 5 km entfernt sein. Aber man kann ja umkehren, oder den Bus nehmen.
Leider geht der Weg hauptsächlich an der Hauptstraße lang, ist aber gut zu laufen. Mit dem Rad wäre das auch gut gewesen, aber ich war zu faul, den Anhänger für Sunny auszupacken und zusammen zu bauen.
Nach ca. 5 km erreichen wir den Ort und schauen nach einem Bus für die Rückfahrt. Der soll angeblich in ca. 5 Minuten kommen und Richtung Sirmione fahren. Tut er aber nicht. Der Busfahrer, der anhält sagt uns nur „no Sirmone, no Sirmione“… Dabei wollten wir doch nicht in die Altstadt, sondern vorher aussteigen.
Also gehen wir wieder zurück, Richtung Stellplatz. An der nächsten Haltestelle steht eine Familie mit kleinem Kind und sagt uns, dass der Bus eigentlich schon länger überfällig ist. Also warten wir gemeinsam.
Und dann kommt der Bus, wir steigen ein und müssen uns erstmal erklären lassen, dass wir nicht nach Sirmione wollen, sondern nach Lugana, einem Vorort.. Egal, der Fahrer will auch kein Ticket verkaufen, da er uns mehr Geld abnehmen muss, als wenn wir die Tickets vorab im Laden kaufen. Er sagt nur „ich habe fertig Ticket verkaufen“. Er spricht ganz gut deutsch und ist sehr gut drauf. In Lugana hält er an und lässt uns raus. Die Familie fährt noch weiter. Wir bedanken uns und gehen die 5 Minuten zum Stellplatz dann noch zu Fuß. Aber der „Spaziergang“ war schon etwas anstrengend.

Am Nachmittag warten alle auf das Unwetter, dieses kommt aber erst am Abend über den See zu uns und bleibt die ganze Nacht. Das Schlafen ist etwas schwierig, da der Regen aufs Dach rieselt, aber immer wieder die dicken Tropfen von den Bäumen platschen. na ja, wir wollen ja eh wieder weiter.

Sonntag morgen entschließen wir uns, wieder gen Norden zu fahren und landen schließlich wieder in Torbole auf dem Stellplatz „Camperstop“.

Eigentlich haben wir ja vor, den Rückweg über das Westufer zu nehmen. Wir wurden aber rechtzeitig vor den diversen engen und unbeleuchteten Tunneln gewarnt, so dass wir schließlich doch die Straße am Ostufer nehmen.

Beim Einparken auf dem Stellplatz passiert mir dann ein Missgeschick. Ich schlage das Lenkrad zu stark ein, und der Fahrradträger bleibt mit dem Leuchtenträger an einer Metallstange hängen und verbiegt. Schei… so sollte das nicht sein. Ich bin ziemlich sauer auf meine Unachtsamkeit.
Nachdem Das Auto noch einmal umgeparkt ist, gehen wir ins Örtchen. Zunächst ein Rundgang, dann nochmal einer, und dann gibts Cappuchino und Kuchen im Kaffee. Sunny ist natürlich immer dabei.

In Torbole bleiben wir wieder zwei Nächte. Wir laufen wieder am Strand entlang nach Riva del Garda. Das nette Städtchen hat es uns ein wenig angetan. Für den Rückweg nach Torbole bietet sich das Schiff an. Nette kleine „Überfahrt“.

Am Dienstag geht es dann unvermeidbar nach Norden. Der Urlaub ist leider bald zuende.
Zur ersten Zwischenübernachtung fahren wir nach Nesselwang. Der Stellplatz ist ein wenig oberhalb des Städtchens, sehr ruhig gelegen, mit einer schönen Aussicht in die umliegenden Berge.
Der Link zum Platz: https://www.nesselwang.de/wohnmobilstellplatz-nesselwang.html

Zu Fuß geht es zum Schwimmbad, zunächst mit Hund, um alles zu erkunden. Auch eine Leberkäs-Semmel darf nicht fehlen, der Metzger im Ort ist empfehlenswert. Anschließend geht es ohne Hund noch einmal zum Schwimmbad, diesmal drehen wir dann ein paar Runden im Wasser. Das tut gut!

Auf dem Stellplatz findet Sunny dann noch die Gelegenheit zum Rennen, nachdem wir wieder da sind. Wieder ist sie problemlos allein im Mobil geblieben.
Der Hundekumpel ist auch ein Aussie, der mit ihrem Tempo mithalten kann.
Nach einem weiteren kleinen Spaziergang wird der Abend ruhig zuende gebracht. Morgen geht es weiter.

Mittwoch Vormittag fahren wir nach dem Frühstück weiter gen Norden. Wir kommen bis Sindelfingen, wo wir am Badezentrum einen kostenfreien Stellplatz vorfinden. Natürlich gehen wir wieder Schwimmen.

Am Donnerstag geht es weiter nach Bad König zum dortigen Stellplatz. Dieser liegt unweit der Odenwaldtherme, die wir nach einem Stadtrundgang dann zum Abend hin auch besuchen. Wir genießen mal wieder Thermalwasser. Man wird halt älter.

Am Freitag dann geht es nach Bischofsheim. Dort erwartet uns ein besonderes Event. Die Firma Sono-Motors stellt dort den neu entwickelten Sion vor. Ein Elektroauto der etwas anderen Art.
Wir haben dort auch die Gelegenheit zur Probefahrt.
Das Auto hat nicht nur einen Elektromotor, auch das gesamte Konzept der Entwicklung, Vermarktung usw. sind neu und ungewöhnlich.

Dazu aber mehr in einem separaten Beitrag.

 

 

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